Features im Radio

Features

Dienstag 09:05 Uhr Bayern 2

radioWissen

Daphnis und Chloe Antike Erotik Homer Der erste Dichter des Abendlandes Das Kalenderblatt 26.10.1909 Marie Marvingt fährt als erste Frau einen Ballon über die Nordsee Von Justina Schreiber . Daphnis und Chloe - antike Erotik Autorin: Astrid Mayerle/ Regie: Christiane Klenz Keine andere Insel gibt in der Antike einen geeigneteren Schauplatz für eine Liebesgeschichte ab als Lesbos. Bereits von der Dichterin Sappho besungen, wissen die Griechen, dass hier nicht nur Eros, die Nymphen und der lüsterne Pan beheimatet sind, sondern auch sämtliche Künste: Musik, Poesie und Tanz. Der antike Autor Longos stellt seinen Liebesroman "Daphnis und Chloe" in genau dieses Setting. Die beiden ausgesetzten Königskinder werden von Ziegen gesäugt und von Hirtenpaaren gefunden. Bereits als Kinder lernen Chloe und Daphnis einander kennen und als Heranwachsende lieben. Weil sie unschuldig und naiv sind, lässt Longos sie auf mehrere versierte Lehrmeister in Liebesdingen treffen. Viele Szenen sind ausgesprochen komisch und nicht nur das: Longos verfügt über höchste sprachliche Finesse und durchwebt die Geschichte mit unzähligen Anspielungen auf andere antike Autoren und deren Texte. Die beiden Altphilologen Georg Danek und Ondrej Cikan haben in ihrer Übersetzung des Romans auch den musikalischen Qualitäten der Sprache nachgespürt. Sie erzählen im Feature von ihren Entdeckungen und den Besonderheiten der antiken Liebeskunst. Homer - der erste Dichter des Abendlandes Autor: Thomas Morawetz/ Regie: Martin Trauner Griechenland, Ende des achten Jahrhunderts vor Christus, Publikum hat sich niedergelassen in der kleinen Halle am Hof eines Adligen. Ein Sänger tritt auf. Rhythmisch stampft er mit einem Stock auf den Boden und erzählt die Geschichte eines Skandals: Agamemnon, der Heerführer der Griechen vor Troja, zwingt Achill, den größten Helden der Griechen, eine Sklavin herauszugeben. Achill zittert vor Zorn, das Publikum bebt mit ... So könnte Homer damals den Anfang seiner Ilias vorgetragen haben. Wer Homer allerdings wirklich war, ist heute umstrittener denn je. Traditionell gilt er als der Verfasser der ersten literarischen Werke des Abendlands, der Ilias und der Odyssee. Und damit ist er auch der Urvater beinahe aller nervenaufreibenden Geschichten; vom Duell Mann gegen Mann, von Liebe, Treue und Verrat, von Triumph und Versagen, von Frevel und Strafen unter Göttern und Menschen. Und er steht am Anfang der abendländischen Ethik, denn wer kann schon so genau sagen, was gut und böse ist, wenn die Götter selbst miteinander streiten? Die freilich können sich erlösen durch homerisches Gelächter. Doch die Menschen müssen sich plagen bis zum Ende. Zehn Jahre im Kampf vor Troja, Odysseus zehn Jahre, um wieder nachhause zu kommen nach Ithaka. BR 2010 Moderation: Christian Schuler Redaktion: Andrea Bräu

Dienstag 15:05 Uhr Bayern 2

radioWissen am Nachmittag

Rebellin und Jazz-Baroness Pannonica de Koenigswarter Das Mäzenatentum Wie durch Gönnen Großes entsteht Das Kalenderblatt 26.10.1909 Marie Marvingt fährt als erste Frau einen Ballon über die Nordsee Von Justina Schreiber . Rebellin und Jazz-Baroness - Pannonica de Koenigswarter Autor: Georg Gruber / Regie: Kirsten Böttcher Sie war eine besondere Erscheinung in der New Yorker Jazz-Szene, die Millionenerbin Pannonica Baroness de Koenigswarter, eine geborene Rothschild. In ihrer Hotelsuite trafen sich in den 1950er Jahren die Größen des Jazz, sie half ihnen, wo sie konnte, auch finanziell. In die Schlagzeilen geriet sie, nachdem der Saxophonist Charlie Parker 1955 in ihrer Suite an den Folgen von Alkohol und Drogen verstarb. Besonders eng verbunden war die Jazz-Baroness mit dem Pianisten Thelonious Monk, einem der wichtigsten Erneuerer des Jazz. Geboren 1913 in England, verbrachte sie ihre Kindheit sehr behütet und in großem Wohlstand. Im Zweiten Weltkrieg kämpfte sie auf Seiten der Franzosen gegen die Nationalsozialisten. Für ihr Leben als Schutzpatronin der Jazzmusiker brach sie dann mit allen Konventionen, auch mit ihrer Familie, sie verließ ihren Mann, einen Diplomaten, und ließ sich scheiden, um ihrer wahren Leidenschaft nachgehen zu können. 1988 starb sie in New York, aber sie lebt weiter in der Musik - ihr wurden zahlreiche Jazz-Kompositionen gewidmet. Das Mäzenatentum - wie durch Gönnen Großes entsteht Autorin: Christiane Büld-Campetti / Regie: Sabine Kienhöfer Der Etrusker Gaius Cilnius Maecenas war der erste Kunstförderer der Weltgeschichte, der in augusteischer Zeit Dichter wie Virgil und Horaz unterstützte und mit Geschenken überhäufte. Seitdem gilt als Mäzen, wer Kunst, Wissenschaft und öffentliche Projekte fördert, ohne dafür eine direkte Gegenleistung zu erwarten. Im Laufe der Geschichte hat das Mäzenatentum allerdings mehrfach einen Wandel erlebt. Gehörte es beispielsweise in der Antike zum guten Ton, Volk und Kultur selbstlos zu unterstützen, gab man im frühen Christentum und im Mittelalter Kunst in der Regel nur für Kirchen und Klöster in Auftrag, um dem Schöpfer zu huldigen oder sich das eigene Seelenheil zu erkaufen. Als Folge des aufkommenden humanistischen Weltbildes kam es schon während der Renaissance erneut in Mode, Kunst, Kultur und öffentliche Einrichtungen zu fördern. Nur war Gönnerschaft da schon alles andere als uneigennützig. Spätestens im 18. Jahrhundert wurde das meist patriarchalische Verhältnis zwischen Mäzen und Protegé dann ganz prosaisch durch Verträge ersetzt. Heute ist Förderung von Kunst fast durchweg an finanzielle Überlegungen gebunden. Ganz ausgestorben sind die altruistischen Mäzene trotzdem nicht. BR 2017 Moderation: Christian Schuler Redaktion: Nicole Ruchlak

Dienstag 19:15 Uhr Deutschlandfunk

Das Feature

Lauschen ob sein Herz noch schlägt Krank ohne Krankenversicherung Von Marie von Kuck Regie: Ulrich Lampen Produktion: SWR/Deutschlandfunk 2021 Dylan hat einige Jahre in Afrika gearbeitet und kehrt nun wieder nach Deutschland zurück. Doch als er sich krankenversichern will, stößt er auf ungeahnte Schwierigkeiten. Die Versicherer verweigern ihm die Mitgliedschaft. Stattdessen kommen hohe Strafzahlungen auf Dylan zu, weil er die Versicherungspflicht verletzt. Dylan kämpft um sein Recht. Er irrt durch einen Dschungel aus Bürokratie, erklimmt Barrieren aus Amtsdeutsch, trifft auf ratlose Berater. Ein Jahr nach seiner Rückkehr ist er noch immer nicht versichert. Dann erleidet er einen Schlaganfall. Und nun? Obwohl es seit 2009 in Deutschland die allgemeine Krankenversicherungspflicht gibt, gehen Wohlfahrtsverbände von einer sechsstelligen Zahl von Menschen aus, die keinen Zugang zur Gesundheitsversorgung haben. Lauschen ob sein Herz noch schlägt

Dienstag 19:30 Uhr Deutschlandfunk Kultur

Zeitfragen. Feature

Heizen ohne Öl und Gas Neustart für die Wärmewende Von Dirk Asendorpf Bei der Stromerzeugung kommt die Umstellung auf erneuerbare Energie allmählich voran, doch beim Heizen hapert es gewaltig. 70 Prozent aller Heizungsanlagen werden noch immer mit Erdgas oder Öl betrieben. Die Wärmeversorgung ist der einzige Sektor, der 2020 die Klimaziele der Bundesregierung verfehlt hat. Um das Ziel für 2030 zu erreichen, muss der CO2-Ausstoß beim Heizen in den nächsten zehn Jahren halbiert werden. Technisch wäre das mit Wärmepumpen, Fernwärmeausbau und energetischer Gebäudesanierung durchaus möglich. Doch bisher fehlen die nötigen Anreize für Hausbesitzer und Vermieter. Und auch im Handwerk müssen Kapazitäten und Knowhow erst noch geschaffen werden.

Montag Mittwoch